
PLATZPFLEGE
Die Erhaltungspflege
Zur Erhaltungspflege gehören Mähen, Düngung und Beregnung. Im GC Abenberg verfügen wir über 8 Mähmaschinen, die bei den verschiedenen Spielflächen (Abschlag/Vorgrün, Fairway, Rough, Grün und Semi-Rough ums Grün) zum Einsatz kommen. Ein glatter Rasenschnitt mit klaren Kanten ist nicht nur ein ästhetischer Anblick, sondern ist auch wichtig für die Gesundheit der Gräser.
Flüssig- als auch Granulatdünger wird gezielt und mit Augenmaß entsprechend der Ergebnisse der Nährstoffanalysen der Bodenproben eingesetzt.
Die Bewässerung unserer Spielflächen erfolgt per Computerprogramm unter Berücksichtigung der Witterungsverhältnisse mit insgesamt über 850 Regnern. Es gilt die Maxime: soviel Wasser wie nötig, so wenig wie möglich. Ein effizientes Wassermanagement schont die Ressourcen und senkt die Stromkosten der Pumpen.
Sowohl die ausgebrachten Düngermengen und die Düngersorte, die dem Grundwasser entnommenen Wassermengen, die eingesetzten Pflanzenschutzmittel, der Treibstoffverbrauch u.a., werden regelmäßig dokumentiert. Die Nachhaltigkeit der Pflegemaßnahmen ist wesentlicher Bestandteil unserer Pflegestrategie.
Negative Faktoren für die Grasnarbe und die Folgen
Die Erhaltungspflege allein reicht jedoch nicht aus, um den Qualitätsstandard zu halten bzw. stetig zu verbessern. Extreme Witterung, starke Belastung durch Golfspieler und Pflegemaschinen sowie Krankheitsbefall führen zu Bodenverdichtungen, Ausfall des Pflanzenbestandes und verursachen Stress bei den Pflanzen. Stress macht krank; so ist es auch bei den Gräsern. Die ausreichende Durchlässigkeit von Wasser und Sauerstoff ist eine wichtige Voraussetzung für eine gesunde Grasnarbe. Eine zu starke Verfilzung der Grasnarbe durch abgestorbene Wurzeln vermindert die Wasserdurchlässigkeit und den Gasaustausch. Dies hat zur Folge, dass für Krankheitserreger eine gute Überdauerungsmöglichkeit gegeben ist und die Belastbarkeit des Rasens, bedingt durch ein flacher wachsendes Wurzelwerk, abnimmt. Dadurch ist auch die Wasser- und Nährstoffdurchlässigkeit in tiefere Schichten vermindert und die nachhaltige Strapazierfähigkeit sowie die hohe Regenerationskraft der Rasenfläche leiden darunter. Die Auswirkungen sind Trockenstellen auf den Grüns, Kahlstellen auf dem Fairway und rund ums Grün sowie Wasserstau.
Einige Grüns und Abschläge auf der C- Schleife leiden unter Schatten und wenig Luftzirkulation. Einige Bäume wurden gefällt und das Unterholz ausgelichtet, um mehr Licht und Luft auf die Rasenfläche zu bringen und die Rasennarbe besser und schneller abtrocknen zu lassen. Eine ständig feuchte Grasnarbe ist der Nährboden für Krankheitserreger.
Regenerationspflege
Insbesondere bei den stärker frequentierten Spielelementen (Grün, Vorgrün, Semi-Rough ums Grün und Abschlag) ist die Regerationspflege unverzichtbar. Zur Regenerationspflege gehören verschiedene mechanische Pflegemaßnahmen wie Vertikutieren, Aerifizieren mit Vollspoon und Hohlspoon, Graden (Tiefenvertikutieren), Spiken, Sanden, Nachsaat und Bügeln. Die verschiedenen Pflegemaßnahmen für die einzelnen Spielflächen sind im Jahrespflegeplan festgelegt und werden in Abhängigkeit von der Witterung durchgeführt. Beispielhaft der aktuelle Pflegeplan unserer Grüns.
All diese mechanischen Pflegemaßnahmen sind Bestandteil des integrierten Pflanzenschutzes, der heutzutage zu einer zielgerichteten und nachhaltigen Golfplatzpflege gehört. Diese vorbeugenden Maßnahmen führen in Verbindung mit einer ausgewogenen Düngung, richtig dosierter Bewässerung, gezielter Tauentfernung auf den Grüns zu einem guten Immunsystem der Pflanzen und verbessern die Resistenz gegen pilzliche Erreger. Der Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln wird im GC Abenberg auf das notwendige Maß gegrenzt und wird nur eingesetzt, wenn Rasenkrankheiten, z.B. Schneeschimmelbefall, akut auftritt.
Ein weiterer Schwerpunkt der Pflege liegt in der Umstellung der Grüns auf eine Grassorte, die weniger anfällig gegen Krankheiten ist, weniger Dünger und Wasser benötigt und darüber hinaus eine bessere Spielqualität insbes. gute Spurtreue aufweist. Die ist jedoch ein langwieriger Prozess, der sich über viele Jahre hinzieht und der auch mit einigen Rückschlägen verbunden sein wird.
Verbesserung der Spielqualität und Pflege der Biotoptypen
Die Aufrechterhaltung bzw. stetige Verbesserung der Qualität der Spielflächen aber auch die naturgerechte Pflege der angrenzenden, nicht zum Spiel gehörenden Flächen (Biotoptypen) stehen im Mittelpunkt des Qualitätsmanagement Programms Golf & Natur. Dadurch sollen faire Bedingungen für das Golfspiel geschaffen und die Freude beim Spiel verstärkt werden. Eine ebene, regenerationsfreudige und gesunde Grasnarbe zeichnet eine gute Spielfläche aus. Die Farbe der Spielfläche ist dabei von untergeordneter Bedeutung. Ein grünes Grün ist nicht gleichzeitig auch ein gutes Grün. Grüns müssen in erster Linie eine ausreichende Härte und eine gute Balltreue aufweisen.
Biotoptypen
Neben den Spielflächen gehört die Aufmerksamkeit der Greenkeeper auch den Flächen, die nicht unmittelbar zum Spiel gehören. Biotoptypen sind auf unserer Golfanlage die 12 Teiche und deren Uferbewuchs, das Flussbett des Kaltenbachs, die vielzähligen Hecken, Büsche, Solitär- und Streuobstbäume, die Feuchtwiesen und Trockenrasen, das Heidekraut, die Besenginsterheide und die Bienenweiden. Diese sogenannten Biotoptypen bedürfen ebenso einer regelmäßigen naturgerechten Pflege, um die Optik zu verschönern und vor allem um die Artenvielfalt auf unserer Golfanlage zu erhalten und zu fördern.
Diese vielzähligen Maßnahmen werden durchgeführt, um die Zufriedenheit unserer Mitglieder und Gäste sicherzustellen. Jeweils im Sommer befragen wir unsere Mitglieder über die Zufriedenheit mit der Golfanlage im Allgemeinen und der Spielqualität im Besonderen. Die Ergebnisse zeigen, wir sind auf einem guten Weg. Ein gepflegter Golfplatz mit guter Spielqualität sorgt für zufriedene Mitglieder und Gäste und ist somit ein wesentlicher Wettbewerbsfaktor.
Greenkeeping
Gute Spielbedingungen und nachhaltige Qualitätssicherung sind jedoch nur möglich, wenn dem Greenkeeping Zeit für die Pflege eingeräumt wird. Trotz des Bemühens den Spielbetrieb so wenig wie möglich zu stören, lässt es sich jedoch nicht ganz vermeiden. Golfer sollten die Platzarbeiter das Grün bzw. die Bahn des Fairways zu Ende mähen lassen. Längere Standzeiten bedeuten gleichzeitig weniger Pflegezeiten. Es gebietet die Etikette auf andere Golfspieler aber auch auf Platzarbeiter Rücksicht zu nehmen. Einen wesentlichen Beitrag zur Qualität der Platzpflege kann jeder Golfer dadurch leisten, indem er:
- Pitchmarken auf den Grüns sofort ausbessert, sei es seine eigenen oder andere bereits vorhandene Pitchmarken
- Divots auf den Fairways zurücklegt und festtritt.


